Überarbeitet am 12.7.09
Das hier ist meine Mäckerecke unter dem Motto:
Pleiten, Pech und Pannen.
Oder auch : Pfeifen, Penner und Parasiten.


Zur Abschreckung oder Anregung steht hier alles was mir im Laufe der Zeit passiert ist. Aber zuerst möchte ich allen danken die es mir ermöglicht haben das Projekt überhaupt zu beenden. Allen voran meinem Bienchen, meinem Freund Sven Bütow von der Fa. hb-fahrzeugtechnik und nicht zuletzt Christian Tost von der Fa. Tost-Motorsport. Allen anderen die für mich Zeit hatten und da waren als ich sie brauchte, möchte ich meinen Dank ebenso aussprechen, auch wenn sie hier nicht Namentlich erwähnt sind.

All denen die einen Gedanken daran verschwendet haben ein Rennauto selbst zu bauen sei gesagt: Lasst es!!!!!! Kauft euch lieber ein fertiges!!! Das ist viel billiger und genug zum Basteln bekommt ihr so oder so, wenn ihr damit fahrt. Für alle die so beknackt sind wie ich soll das hier eine kleine Hilfe sein wie es gehen kann. (oder auch nicht) Als erstes solltet ihr eine Garage oder einen Stellplatz haben wo ihr auch bauen könnt, denn es könnte (und wird) länger dauern als ihr denkt.
Da es haufenweise unseriöse Subjekte im Bereich Motorsport gibt, empfehle ich ein Blick ins Internet. Und zwar nicht die Seiten der "Tuning-Firmen" sondern Foren in denen sich Leute treffen die schlechte Erfahrung gemacht haben (oder vielleicht auch gute). Mir hätte das einigen Ärger erspart, aber leider habe ich mich nicht genau erkundigt. Kauf nichts bei Leuten die erzählen sie seien die Größten, die sind es gerade nicht. (meistens jedenfalls) Das dient nur dazu den Preis in die Höhe zu treiben. An die Leute die wirklich wissen wie es geht, kommt man nur sehr schwer ran, weil sie durch ihre gute Leistung schon genug zu tun haben. Und selbst wenn sie euch dann den Schrott zurücknehmen, zahlt ihr das Hin- und Rück-Porto.

Wenn ihr eine Lieferung bekommt dann prüft sofort ob das Zeug passt, sonst könnt ihr Ärger mit der Rückgabefrist bekommen.


So, und jetzt versuche ich es so kurz wie möglich zu machen. Fangen wir beim Motor an:
Ich habe mir aus England eine Stahl-Kurbelwelle bestellt. Als sie ankam, fehlten die Verschlussschrauben für die Ölbohrungen. Als sie nach drei Monaten ankamen, hatte ich sie mir schon selbst besorgt. Aber das Merkwürdige an der Sache war, dass die Komiker behaupten, sie würden die Kurbelwelle immer mit den Verschlussschrauben wuchten. (Hä? um sie dann wieder raus zu schrauben???) Man sollte eben im Ursprungsland von BSE nicht zu viel Rindfleisch essen. Ich habe also die Welle nochmal mit den Schrauben wuchten lassen.





Selbstverständlich passte das Zeug nicht einfach so in den Motor,das sagt einem natürlich keiner, merkt man aber trotzdem ;)




natürlich musste das Kurbelgehäuse bearbeitet werden.




Aber auch an der Ölwanne gab es Kontaktstellen die bearbeitet werden mussten. Wie man an der roten Dichmasse erkennen kann, haben wir (blauäugig wie wir sind) die Ölwanne schon eingedichtet.




Da es keine Ölpumpe mit höherer Fördermenge und der Spritzgalerie für die Kolbenkühlung gibt,




muss man aus 2 Pumpen eine machen und noch basteln.




Der erste Fächerkrümmer den ich bekommen hatte sah zwar geil aus, passte aber nicht, es sei denn ich hätte den Starter weggelassen.




Dann habe ich einen gebrauchten RSKrümmer bekommen, der ursprünglich von einer Firma aus Augsburg kam und wohl keiner mehr haben wollte. Kein Wunder: Sieht nicht nur scheiße aus, ist auch scheiße!!! Die Schweißnähte sahen aus......Ein Vogel scheißt homogener. Aber dafür hat er ohne Probleme gepasst.




Dann wurde mir ein Krümmer angeboten, den eine Firma in Finland herstellt. Sieht geil aus, ist aber auch scheiße, kostet auch nur die
Kleinigkeit von 600 Euro.




Ach ja, und gepasst hat er natürlich auch nicht. Ich weiß ja nicht, ob die Finnen die Kardanwelle direkt am Motor haben, ich habe da noch nen Getriebe dazwischen.

Also musste ich erst mal dafür sorgen, dass das Ding am Getriebe vorbei geht.



Als das geschafft war musste das Ding noch an´s Fahrzeug angepasst werden. Wie man an der dunklen Verfärbung des Rohrbogens sehen kann,

hab ich die Rohre glühend gemacht um ihn überhaupt in den Motorraum zu bekommen.






Zum Schluss musste ich den Krümmer fast neu konstruieren, damit er passt.



Und warum die Flansche an einem Rennkrümmer nicht mal so groß sind, wie die serienmäßige Dichtung, versteht man wohl nur in Finland........Smörebröd, Smörebröd, römmpölmmplömmplömm


Vier Tage habe ich an dem Schrottding (mit Hilfe eines Freundes) gebogen und geschweißt!!! Aber gebracht hat es nichts. (außer Arbeit)

Unter 4500 Umdr. war der Motor kaum fahrbar.



Jetzt habe ich einen Krümmer, von einem völlig unbekannten Typ, und siehe da:
Das Ding sieht halbwegs aus, er passt und was am wichtigsten ist, er bringt Leistung!!!
Ach ja, und anders als bei allen bisherigen, ist er aus Edelstahl.




Dann habe ich mir eine Ansaugbrücke bestellt, und mich über den besonders steilen Winkel der Vergaser gewundert, bis ich erfuhr, dass sie für eine Drosselklappen-Einspritzung war und nicht für Doppelvergaser. (Wer baut auch schon einen 16V Motor mit Doppelvergaser?..........Mann ich, wer sonst)
Selbstverständlich habe ich das Ding vorher bearbeitet, Schweißen und Planen lassen, und das gab es nicht umsonst...




Dann bin ich an einen Typen Namens Lüpertz geraten. Ich habe bei diesem Subjekt Kolben und Pleuel bestellt. Mein Anwalt hat Unterlagen aus denen hervor geht, dass er schon wegen Betrug, Unterschlagung und anderem angezeigt wurde. Leider windet er sich immer wieder ´raus. Bestellt bei ihm nichts, wenn ihr Vorkasse leisten müsst, ihr werdet die Ware sehr wahrscheinlich nicht bekommen und müsst euch, wie ich, die Anzahlung per Gericht wiederholen.Wenn ihr das Geld überhaupt wieder bekommt! Lüpertz bietet auch Stinger Einspritzanlagen an, auf der Homepage von Stinger, wird vor ihm gewarnt, weil er auch dort nicht gezahlt hat. Viel spaß beim Bestellen!!! Ich hab ja Doppelvergaser ;-)

Das, was hier auf dem Foto zu sehen ist, hat die Fa. Tost Motorsport geliefert!!!




Der Flachriemenantrieb den es für diesen Motor gibt, fluchtete überhaupt nicht und musste angepasst werden.




Unter der Riemenscheibe der Lima, musste ich eine Distanzscheibe legen, und von der Kurbelwellen-Riemenscheibe musste ich etwas abdrehen. (Was machen nur Leute, die kein Kfz-Mechaniker oder Werkzeugmacher sind?)



Selbstverständlich war auch der mitgelieferte Riemen zu lang. Und den passenden gab es natürlich nicht in 6PK sondern nur in 4PK.



Die angefertigte Cosworth Kupplung



passte überhaupt nicht in die Getriebeglocke, weil alle angefertigten Kurbelwellen neun Befestigungsschrauben (also wie Cosworth Turbo) haben, und dann ist für alle "klar", dass ich auch ein T5 Borg Warner Getriebe fahre; und bei dem ist die Getriebeglocke größer, weil auch die Schwungscheibe größer ist. Ich fahre aber ein OHC-Sierra Getriebe (T9), und da ist die Getriebeglocke kleiner.

(wer macht denn auch sowas?)

Ach ja, die Alu-Schwungscheibe war dann konsequenter Weise auch zu groß. Die ganze Kupplung saß wie ein Korken in der Getriebeglocke




Die neue (richtige) Kupplung hat eine andere Bauhöhe und einen kleineren Kuppelweg, dadurch war der Hub des Zentralausrückers zu groß.

Da die befestigung der neuen Kupplung anders ist, brauchte ich natürlich auch eine ander Schwungscheibe





Also: Basteln!




Im Übrigen kann ich keinem raten auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, seine über Seilzug betätigte Kupplung auf Hydraulik um zu bauen. Außer konstruktiven Problemen, nerviger Wartung und Geldverschwendung bringt es nichts! Man braucht dazu nämlich einen anderen Pedalbock!
Bei der 1. Bestellung wurden noch bestimmte Zylindergrößen vereinbart
Aber der 1. Pedalbock der kam, war falsch, der 2. hatte keinen Zylinder für die hydraulische Kupplungs-Betätigung und bei dem 3.waren dann (durch das ganze hin und her) die Zylinder in der falschen Größe.




Die besellte Kardanwelle, speziell für Rennzwecke, war selbstverständlich auch unbrauchbar, durch die Vibrationen die sie erzeugte, wurde mein Getriebe beschädigt.



Die Reparatur der Kardanwelle war genau so teuer wie eine Neue. Und selbstverständlich waren die Vibrationen danach nicht weg, weil man ein Kreuzgelenk als Ursache vermutete und die Welle, bornierter Weise, nicht gewuchtet wurde. Wenn ich mir gleich eine Neue gekauft hätte, wäre ich billiger dabei weg gekommen und hätte jetzt sogar zwei davon.
Im Übrigen gab es den Ersatz für das beschädigte Getriebe auch nicht umsonst.



Dann habe ich bei so ´nem Suppenkasper aus Augsburg (wahrscheinlich Jim Knopf und seine Lokomotive) ein Paar Original-Kotflügel bestellt. (sacht mal, hatten wir den Typen nicht schon?) Diese Pappnase hat mir die abenteuerlichsten Geschichten erzählt, warum die Dinger nicht ankommen. Nebenbei hat er sich noch über die Konkurrenz beschwert, dass die so viel Geld machen dass sie sich einen Glaspalast bauen können. (Hähä, was ´n Wunder) Nach einem Jahr habe ich mir dann Zubehör-Kotflügel gekauft. Da die aber einen anderen Radausschnitt haben, musste ich aus Holland ein Paar Kunststoff-Radläufe bestellen, den Kotflügel "beschneiden" und die Kunststoff-Radläufe anpoppen.




Da ich Gruppe H fahre, darf meine Haube nicht mit dem original Haubenverschluss verriegelt sein. Aus diesem Grund muss ich Verschlüsse benutzen, die sich von außen öffnen lassen.




Ja, ich weiß: Das ist doch nicht schlimm. Aber jetzt kommt´s: Ich dachte, ich bin ein Fuchs und werde die Haubenstütze weg lassen um Gewicht zu sparen.




Der Nachteil ist, wenn man aus irgendeinem Grund das Auto verlassen muss, dann muss man die Haube wieder runter lassen. Und wenn man dann vergisst, die Haube zu verriegeln, denn fliegt sie einem beim Fahren gegen die Windschutzscheibe. Dass sieht dann so aus:



Geht lieber vorher aufs Klo!!! Das spart mehr Gewicht und ist auch noch sicherer!!! Davon habe ich verständlicher weise kein Foto ;-) So, wenn ich wieder ein wenig Zeit und Bilder hab, dann geht es weiter!